Wie eine Allmagnet-Kugel rollen Serphs Stücke von Szenenbild zu Szenenbild, pluckern Orchesterbank-Melodien von Piano zu Xylophon zu Flamencogitarren zu Pizzicatosamples, kullern durch Kurzloop-Konstruktionen, und alles, woran sie im urbanen Japan vorbeikommen, bleibt nach geheimer Alchimie blubbernd dran kleben. Mit der Selbstverständlichkeit einer Spieluhr und ungebremster Energie reitet dieser Labelretter-Prinz durch haken- und ohrwurmfreie Wimmelbild-Kinderzimmertapeten-Labyrinthe, und man wartet auf den Venetian-Snares-Katalogmoment, an dem einem das alles ein bisschen zuviel wird. Denn viel hat sich nicht getan seit dem weihnachtlichen Doppelschlag vorletztes Jahr: Der den Noble-Rahmen sprengende Zuspruch scheint dem Tokioter Anonymus alles Recht zu geben, genau so weiterzumachen wie bisher. Einfälle und Charme hat der Mann ja genug, um scheinbar end- und mühelos frei von Szene zu Szene flottieren zu können. Und solche wie den Spielmannszug in “Parade” möchte man dann doch nicht missen.
http://www.noble-label.net
multipara

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