Die Musik des Zombi-Keyboarders wird hier zum Ereignis durch eine besondere Qualität, die auch im Popformat seiner jüngsten Kollaboration auf Planet Mu mit Daniel O’Sullivan als “Miracle” durchscheint, solo aber erst wirklich zur Geltung kommt: ein verführerisches Understatement, das Treffsicherheit im Ausdruck über clevere Einfälle oder psychedelischen Glitzer stellt. Sein sparsam instrumentierter klassischer Synth-Sound aus Arpeggien, feinen rhythmischen Verschiebungen und glimmenden Bögen transformiert nämlich in der Tat die geologischen Referenzen in Album- und Tracktiteln, überhaupt den “kosmischen” Traditionszusammenhang seines Klangvokabulars in die virtuelle Leere illusionärer Minimal-Landschaften, die angedeutet aus sich perspektivisch verschiebenden Vektoren über einen Computerbildschirm gleiten, als Kulissen für nichts als ihre eigene Machbarkeit, Entwurf der Ödnis einer konstruierten Zukunftswelt. Eine Art unterkühlte Vaporwave der frühen Achtziger, als elektronische Sounds noch aus Prinzip für kalt genommen wurden, weil als Ersatz. Steve Moore hat keine Angst vor Langeweile: Durch den Flirt mit ihr wird seine Musik unheimlich, spitzt man die Ohren in ihr subjektloses Dunkel. Sehr gut, und der Neuschlafstadt-Tiefgaragen-Lounge von “Logotone” nebenbei ein prima Einstieg für Liebhaber alter Source-Platten.
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multipara

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