Hier kommt eines der skurrilsten Alben der letzten zehn Jahre. Denn hinter dieser grobkörnigen, bis ins letzte ausgebremsten Hommage an euphorischen 60er-Jahre-Slowcore-Pop stecken Brad Laner und Alex Graham. Beide haben eine lange Geschichte, und während Laners “Electric Company” vielleicht nicht mehr so vielen im Gedächtnis ist: Lexaunculpt, Grahams alter Alias, sollte bei allen ein kurzes Zucken auslösen. Er war – These! – der US-amerikanische Gegenentwurf zu Autechre und zog mit ein paar wenigen Releases, z.B. auf Isophlux – erinnert sich jemand an seine Version der DDR-Nationalhymne -, innerhalb kürzester Zeit derart viel Aufmerksamkeit auf sich, dass er kurz darauf wie eine Nova vom Himmel stürzte und verglühte. Dieses Album hier hat weder etwas mit Laners noch mit Grahams Vergangenheit zu tun, obwohl, auch das stimmt natürlich nicht, man hätte es einfach nie erwartet, dass diese Laptop-Pioniere sich in einem von Harmonie-Gesang, versprengten Field-Recordings und Elektronika-Reminiszenzen bestimmten Universum so wohlfühlen würden. Harfen! Man kommt nicht umhin: Wenn ihr keinerlei Vorstellung davon habt, worum es hier eigentlich geht: Beatles, späte Phase, B-Seite, geremixt vom Aphex, ca. 1993, zusammen mit Brian Wilson. Oder Grizzly Bear hinter einer Wand aus Watte. Damit war wirklich nicht zu rechnen.
thaddi
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