Der Titel dieser Live-Aufnahme vom Basler New Jazz Meeting November 2009 täuscht Boulez an, aber viel eher kommen bei Thymolphthaleins kompakten, knackigen Stücken Stockhausens Kontakte in den Sinn, hyperdynamisiert natürlich. Dafür ist natürlich die klangliche Zusammenstellung dieser Super-Group verantwortlich: Percussion, präpariertes Klavier, Kontrabass, Bandmaschine, Analogsynth, und kaum etwas entgeht dabei zusätzlichem live-elektronischen Verbiegen. Mit viel Frische und Witz wirbeln Natasha Anderson, Clayton Thomas, Meister-Ensemble-Manipulator Jérôme Noetinger, und konzeptioneller Kopf und Bandleader Anthony Pateras ums freie Schlagwerk von Will Guthrie und fahren im Wechsel von kakophonischen Verdichtungen und This-Heat-haft gespannter Ruhemomente ein klangkulinarisches Dreizehn-Gänge-Festmenü auf, das auch konserviert auf limitiertem Vinyl eine elektrisierende Wirkung hat, die gute Laune macht – und keine Wünsche offenlässt.
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multipara

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