Die sich in einen hellwachen Deliriumstrudel fiebernden Sprechtext-Bausteine Alessandro Bosettis, die metropolitanes Leben und Kunstdiskurs-Smalltalk in Unsinnsdichtung hinüberklappen lassen, hätten an sich schon Biss genug. Ein richtiges Pfund werden sie im Bandformat von Trophies, wo Kenta Nagai Bosettis Phrasierung auf der bundlosen E-Gitarre spiegelt wie ein flackernder Schatten, während Alleskönner Tony Buck am Schlagzeug Feuer unterm Arsch macht (wann bitte haben 5/4 je so gerockt wie im zweiten Stück?). Bosetti schmeckt mit Keyboardloops und elektronischer Textur ab, da und dort komplettieren Hilary Jeffreys Posaune oder Els Vandeweyers Vibraphon, und alle sechs Stücke lassen den kontrollierten Wahnsinn früher Talking Heads wiederaufleben, überhaupt ein nervös gezacktes New York der frühen Achtziger, in dem Avant-Jazz, Funk, Pop, Weltmusik wie in einem Reaktor kollidierten: Auf Celluloid hätte man das kathartische quasi-Berliner Projekt mit Kusshand genommen. Ein Vo lltreffer für Monotype.
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multipara

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