Ich bin kein großer Freund des Compilation-Konzepts, was ich an anderer Stelle bereits etwas ausführlicher bekanntgab. Was ich aber sehr gerne mag, sind die kleinen Labels, die voll Inbrunst an ihren Sound-Entwürfen arbeiten und dabei immer wieder neue Talente auf die Genre-Landkarte setzen. Diffrent gehört definitiv dazu, auch wenn ich mich von dem pink geprägten Design etwas abgestoßen fühle und ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu der jedes Cover schmückenden Giraffe Leonard – sie heißt tatsächlich so – habe, da mir ihre Absichten nicht ganz klar sind. Dennoch lehnt Leonard Scheuklappen per se ab und pflückt auch die kryptischsten Drum & Bass-Fantasien von den Bäumen, um sie auf Vinyl zu bügeln. Die “Evolution Of The Giraffe”-LP ist nun voll gepackt mit wild verschachtelten Drum- und Percussion-Patterns, die die Half-Time mit Löffeln gefressen haben und somit immer Raum für individuelle Abstraktion lassen. Alle sind von einer gewissen Einfachheit geprägt, dabei aber nicht naiv, sondern viel eher erhaben. Jekyll bei “Garrisson Dogs” in zorniger Subbass-Gestalt und mit dicken Beat-Eiern, Arkaik & Coma mit der “Gain VIP” wesentlich technoider und introvertierter auf den Spuren des Dub, Dominic Ridgway stolpert mit “Siren” im bis auf die Knochen reduziertem Staccato-Gewand an der Norm vorbei und Kolectiv legt mit “Slow” ein theatralisch und leicht plockernden Liquid-Entwurf mit zarter Männerstimme hin. Das Ganze hat so den Anschein eines Starterkits für den abstrakten Drum & Bass-DJ, dient aber auch dem Erfahrenen als Schatztruhe voll von schöner 170-BPM-Deepness.

ck

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