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Wenn Pop ohne Zweifel den heutigen Mainstream in seiner Gesamtheit widerspiegelt, dann ist klar, dass weder Opposition noch Subversion erfolgversprechend dahingehend sein können, eine Idee von Kultur oder Musik weiter voranzutreiben. Man muss neue Synapsen schaffen, neue Wege finden, die große Erfahrung von Sound im Detail und im Ganzen weitertreiben. XVI Reflections on Classical Music kompiliert die elektronische Interpretation, oder in dem Falle Reflektion klassischer Musikideen im weiter laufenden Überbrücken obsolet erscheinender Grenzen zwischen E und U. Schluss damit, lasst es endlich Musik sein, weder mehr noch weniger. Hier finden Gas, Alva Noto und Ryuichi Sakamoto, Francesco Tristano, Hauschka, Greg Haines, Lawrence und natürlich auch Philip Glass zusammen und spannen einen musikalischen Bogen, der deutlich macht, was Elektronik jenseits des physischen Diktats der Clubszene sein kann. Dabei sollte das Konzept nicht als Transfer in bildungsbürgertümliche Institutionen gelesen werden, sondern vielmehr als Erweiterung der Möglichkeiten von Komposition/Produktion generell, denn so ist diese Compilation nicht nur eine Ansammlung wundervoller Klangstücke, sondern auch ein Spektrum dessen, was klassische Ansätze im Kontext von Elektronik sein können: Nämlich Mittel und nicht Zweck.

ji-hun

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