Trotz emsiger Aktivitäten an allen Fronten haben sich Max und Klaus mit dem neuen Westbam Longplay ja reichlich Zeit gelassen – der besteht dafür im Gegensatz zum letzten auch nicht zum Großteil aus alten Zwölfern. Laut abgedrucktem Quasi-Manifest „geht es wieder um einen Gegenentwurf”, gegen das Diktat des Vierfuß, gegen das, „was aus Techno geworden ist”. Nun ja, die Besetzung anderer Terrains durch eigene Namen war schon immer eine Eigenart des Westfalica Bambaataas. Die Tracks sind dabei eigentlich eine logische und facettenreiche Fortführung des selbst betitelten Techno-Electro-Styles: pappig-knallende Snares, die der Zwei und Vier ordentlich Holz-Punch geben, rockende Oldschool-Reminiszensen, lustige Vocoder-Lyrics und Beats, die manchmal so grobmotorisch sind wie Bams Mixing, dafür aber genauso treten wie die besseren seiner Sets. Über die Collabo mit Nena mag man denken, was man will, „Roots.Rock.Riot” mit Jan Delay am Mic und Windowlicker-Drum-Kit brennt einiges in den Boden. Wo wir gerade bei grobmotorisch waren: Auch Afrika Islam, der mir beim Schauen alter Ice T-Homevideos gerne mal pimpend über den Bildschirm läuft und auch nach 10-15 Jahren original noch genau so aussieht wie früher, ist natürlich wieder mit am Deck. Manchmal mag es leicht ins Käsige abdriften, aber unter dem Strich serviert „Right On” wenig Mediokres und viele Bomben, die sicher ihren Weg in die Cases der Miss Kittens und Michael Mayers dieser Welt finden werden.
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bub

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