Es geistert und spukt. Bassflackern. Die Flächen kurz vorm Zerbersten, mit Spannung geladen. Die Erlösung lauert aber hinter jeder Ecke. Manchmal in Form einer verhallten Gitarre, die plötzlich eine amerikanische Road-Movie-Weite aufkommen lässt, mal in Fom von Fieldrecordings. Dann wieder kaum erträgliche Anstrengung, eine Post-Rock-Band mit Gitarren-Gewitter. Ruhe, eine klimpernde Akustik-Gitarre, ein Klavier, filigran-gejazztes Schlagzeug, ein Saxophon. So geht es ununterbrochen weiter, auch wenn wir noch im ersten Drittel des Albums “A Fabric Of Beliefs” sind. Witxes ist der Projektname des Franzosen Maxime Vavasseur, der es hier auf 12 Stücken schafft, den perfekten Soundtrack zur Nacht zu schreiben. Ein Klischee, natürlich. Aber der Stoff, der sich durch das Album webt, lässt sich nicht so einfach zerfetzen, ist fest zusammengenäht. Kein Track steht für sich allein. Von der ersten Minute bis zur letzten fließt alles dahin; dunkel, verträumt, ein Leuchten aus der Ferne, ständige Wandlung, aber keine Brüche. Beklemmend und unvorhersehbar, Unerwartetes an jeder Biegung. David Lynch lässt grüßen. Gegen Ende dann ein beruhigender und zart-erschöpfter Gesang: “It‘s been a long long night”. Der Text hört auf und die Idylle kehrt ein, “The Moonlit Passage”. Ach Gott, wie passend – ein Happy End. Nachtmusik zum Versenken. Und dabei alles andere als leicht bekömmlich. Verstörend und schön zugleich.
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malte

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