Abhängen, Drogen nehmen, Versagen, Arschlöchern aufs Maul hauen


Anton Waldt in De:Bug 125.

Was jugendliche Testeron-Monster auf dem Land so machen: Abhängen, Drogen nehmen, Versagen, Arschlöchern aufs Maul hauen. Der Film Preußisch Gangstar nimmt sich des klassischen Themas mit einer Mischform aus Spielfilm und Dokumentation an, die Szenen kommen aus dem Drehbuch, gleichzeitig orientieren sich die Charaktere der drei Haupttaugenichtse offensichtlich sehr eng an deren ganz realem Eckenstehertum.

Zum Beispiel mit 18 den Hauptschulabschluss immer noch nicht hinkriegen oder sich für die angeökte Freundin schämen oder sich HipHop-Starflausen hingeben. Das schwierige Sujet der provinziellen Ereignislosigkeit verarbeitet der Film dabei mit stoischer Gradlinigkeit, kurz vor der Langeweile schleppt sich die Nichthandlung dahin, woran auch die immer wieder aufflackernde, sinnlose Gewalt rein gar nichts ändert.

Das allein macht “Preußisch Gangstar” von Irma-Kinga Stelmach und Bartosz Werner schon sehenswert, einen besonderen Stellenwert bekommt er aber vor allem durch die Wahl des Drehorts: Die besondere Dumpfbackigkeit des brandenburgischen Idioms ist hier in einmaliger Schärfe zu bewundern, ein deprimierendes, über weite Strecken unverständliches Gemumpfe, nur durch das obligatorische “Alter” an jedem Satzende strukturiert. “Preußisch Gangstar” ist via Absolut Medien als DVD zu haben und im Oktober auch im Kino zu sehen.

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